







Im Laufe unseres Lebens entwickeln wir Muster, mit deren Hilfe wir versuchen die Herausforderungen des Lebens zu meistern. Muster sind Programme, die uns schützen und dabei helfen, unsere Ziele zu erreichen.
Die meisten Muster und Programme entstehen dabei in unserer Kindheit und Jugend. Im Kleinkindalter (also als Baby) sind wir einfach nur da. Wenn wir Hunger haben oder uns kalt ist, dann schreien wir, und im Idealfall wird sich um uns gekümmert.
Doch im Laufe der Zeit entwickelt sich unser Bewusstsein und im Alter von etwa 5-7 Jahren entsteht langsam ein ICH. Eine Idee, wir wären dieser Körper, der uns mitgegeben worden ist mit einem Namen, Gedanken und Gefühlen. Und dieses ICH gilt es nun mit all seinen Bedürfnissen, Wünschen und Zielen zu beschützen. Wir stolpern anfangs durch die Welt und machen unsere Erfahrungen und merken sehr schnell, wofür wir gelobt und wofür wir ausgeschumpfen werden.
Und so entstehen die ersten Muster und Glaubenssätze. Zum Beispiel könnte so ein Glaubenssatz sein: "Wenn ich gute Noten nach Hause bringe, dann liebt mich meine Mama und mein Papa. Wenn ich schlechte Noten nach Hause bringe, dann lieben sie mich weniger."
Also strengen wir uns in der Schule an, um möglichst viele gute Noten zu bekommen. Dieses Verhaltensmuster ist in unserer Gesellschaft sehr weit verbreitet, das bis hin ins erwachsene Alter reicht. Wenn ich gute Leistung bei der Arbeit bringe, dann bekomme ich Wertschätzung von meiner Chef / meinem Chef. Also strengen wir uns auch da an, um möglichst viel Anerkennung zu bekommen. Darauf ist unsere Leistungsgesellschaft aufgebaut. Stillstand ist Rückschritt! Also müssen wir alles dafür tun, dass es schneller, höher und weiter geht. Kommt dir das bekannt vor?
Ich habe schon früh im Leben gelernt, dass sich Fleiß auszahlt.
So habe ich versucht immer mehr zu tun - fleißiger zu sein - als die anderen. Schneller zu sein. Mehr zu tun!
In der Schulzeit habe ich oft ganze Nachmittag am Schreibtisch vor den Hausaufgaben und Büchern verbracht. Oft bis in den späten Abend hinein. Ich hatte sehr oft das Gefühl, dass ich dümmer bin, als die anderen, also habe ich versucht, das mit Fleiß auszugleichen. Funktioniert hat das in der Schulzeit nie.
Doch im Arbeitsleben hat es funktioniert. Ich erinnere mich an meinen ersten Job nach dem Studium im Vertrieb. Hier waren 10-Stunden-Tage ganz normal. Und ich hatte damit nie ein Problem.
Wer schon mal im Vertrieb gearbeitet hat, weiß, dass man nicht nur an den Verkäufen gemessen wird, sondern auch an anderen Kennzahlen:
Bis auf die abgeschlossenen Aufträge waren meine Zahlen immer Top! Doch obwohl ich so fleißig beim Telefonieren war, hat sich das nicht in den Umsatzzahlen niedergeschlagen. So als würde man sehr viel lernen und dennoch eine mittelmäßige oder schlechte Note bekommen. Erkennst du das Muster? Ich hatte es damals nicht erkannt!
Durch meinen Fleiß habe ich aber dennoch den Job relativ lange gemacht, ohne entlassen zu werden. Das war damals für mich ein Erfolg.
Doch alles hat auch seine Schattenseiten.
Wenn du immer versuchst fleißiger zu sein, als andere, und dennoch schlechte Noten nach Hause bringst, oder die Ziele in der Arbeit dennoch nicht erreicht werden, dann kann es passieren, dass du anfängst, noch mehr zu tun, noch mehr Zeit zu investieren... noch mehr zu kämpfen.
Und genau das ist mir passiert und vielleicht auch dir. Mein Leben hat sich wie ein nie enden wollender Kampf angefühlt. Alles musste ich mir mühsam erkämpfen und erarbeiten. Nichts wurde mir geschenkt. Ich habe es mich schlichtweg nicht erlaubt weniger zu tun, und mir für die Dinge, die ich getan habe, wirklich Zeit zu nehmen und in die Tiefe zu gehen.
Heute mache ich das anders, doch das Muster holt mich immer wieder ein.
Falls sich dein Leben auch wie ein Kampf anfühlt, oder du einen anderen Glaubenssatz transformieren möchtest, zeige ich dir, was ich für mich mache, wenn ich wieder in alte Muster verfalle:
Es kann sein, dass ich kurze Zeit später merke, dass ich wieder in den Kampfmodus verfalle, dann mache ich die Übung so oft, wie es nötig ist.
Wichtig dabei ist, milde mit sich zu sein. Glaubenssätze, Muster und unsere Programme wollen nichts Böses und sie wollen uns auch nicht schaden. Es ist unsere Lösung für die Welt da draußen, die vielleicht früher funktioniert haben und jetzt vielleicht nicht mehr funktionieren. Sie haben uns gedient, sonst hätten wir sie nicht. Doch falls sie uns jetzt nicht mehr dienen, sondern eher schaden, dann können wir uns bewusst für andere Muster und Glaubenssätze entscheiden.
Noch etwas Wichtiges!
Du bist als ein kleines, reines und unschuldiges Wesen auf diese Welt gekommen. Und du hast dir im Laufe deines Lebens Muster angeeignet, die dir dabei geholfen haben, mit den all den Herausforderungen, die das Leben eben so mit sich bringt, umzugehen und es so gut es geht zu meistern und einigermaßen sicher durchzukommen. Und das ist ok!
Doch du bist nicht deine Gedanken und auch nicht deine Glaubenssätze. Du kannst immer neu wählen, woran du glauben magst. Wenn dir etwas nicht gut tut, dann wähle neu. An was möchtest du glauben? Was würde dir nützen? Dies kannst du sowohl in deinem Beruf, als auch in deinem Privatleben tun.
Früher habe ich eine Blogartikel in 30 Minuten geschrieben. Heute habe ich dafür eine Stunde gebraucht, weil es mir jetzt wichtiger ist, dass der Artikel Tiefgang hat und du möglichst viel aus dem Artikel für dich mitnehmen kannst. Ich hoffe, das ist mir gelungen.
Danke dir fürs Lesen.
Dein Lukas
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